Das Internet hat den Innenstädten zugesetzt. Weniger Laufkundschaft, geringere Umsätze, Immobilienleerstand: In vielen Fußgängerzonen spürt man die Folgen des boomenden Onlinehandels. Schätzungsweise rund ein Viertel der Einzelhandelsumsätze mit typischen Innenstadtsortimenten wie Büchern, Unterhaltungselektronik und Bekleidung wird mittlerweile im Netz erwirtschaftet. Und die Onlineportale preschen weiter vor, mit immer schnelleren Lieferzeiten und innovativem Kundenservice. Verlierer sind die Städte und Gemeinden. Doch diese Entwicklung ist nicht unumstößlich. Längst regt sich kreativer und kraftvoller Widerstand, macht sich positive Aufbruchsstimmung breit. Die Fragen für die Zukunft lauten: Wie können die Zentren wieder zu den Orten der Begegnung werden, die sie jahrhundertelang waren? Welche Hebel müssen Politik, Wirtschaft und andere gesellschaftliche Akteure ansetzen, um den Negativtrend zu stoppen und die Innenstädte nachhaltig wiederzubeleben? Bei dem 2018 erstmals stattfindenden, nicht-kommerziellen Kongress „Offline-Strategien für die Innenstadt der Zukunft“ werden erfolgreiche Beispiele aus ganz Deutschland vorgestellt. Der eintägige Kongress richtet sich an Entscheider aus Politik & Verwaltung, Stadtplaner & Wirtschaftsförderer, Immobilienprofis & Finanzierer, Einzelhändler & Gastronomen, Citymanager & Stadtmarketingverantwortliche, Freizeitwirtschaftler & Kulturschaffende, Gesundheits- & Wohnungswirtschaft, Gewerkschafter & Kirchenvertreter und andere Innenstadtakteure; ihnen soll hier eine neuartige, interdisziplinäre Vernetzungsplattform geboten werden. Der außergewöhnliche Veranstaltungsort – selbst ein Best-Practice-Beispiel – bietet dazu einen hervorragenden Rahmen.
Denn der Handel allein kann die Umstrukturierung der Städte nicht stemmen. Es braucht ganzheitliche Konzepte, um die Renaissance des Urbanen einzuläuten: ein neues Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten, Kultur und Konsum. Die monofunktionale Shopping- Fußgängerzone gehört der Vergangenheit an. Eine Rückbesinnung auf historische Kernkompetenzen – Entdeckungen ermöglichen, Erlebnisse schaffen, Genuss bieten – ist dringend nötig.
Vor allem muss der Mensch wieder ins Zentrum der Überlegungen rücken. Denn jenseits von Sortimenten und Umsätzen ist eine Stadt vor allem eins: ein sozialer Ort. „Hier sollte sich, unabhängig von Alter und Einkommen, jeder willkommen und dazugehörig fühlen“, erklärt Kongress-Mitinitiator Edgar Neufeld. Das Alleinstellungsmerkmal erfolgreicher Innenstädte im 21. Jahrhundert ist nicht mehr die vielbeschworene „Preisführerschaft“– es ist die „Emotionsführerschaft“.